Ethikkomitee

Selbstbestimmung und Würde im medizinischen Alltag

Unser Geriatriezentrum betrachtet die Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen als Teil der Patientenversorgung. Medizinische Entscheidungen im Alter sind oft komplex. Wenn die Kräfte nachlassen, Erkrankungen fortschreiten oder eine Demenz zunimmt, stehen Patienten, Angehörige und das Behandlungsteam häufig vor schwierigen Fragestellungen. 

Unser Klinisches Ethikkomitee (KEK) kann in diesen Momenten beratend und unterstützend zur Seite stehen. Wir helfen dabei, Entscheidungen zu finden, die die Würde des alternden Menschen wahren und seinem tatsächlichen oder mutmaßlichen Willen entsprechen.

Eine ethische Beratung kann von allen Beteiligten (Patienten, Angehörigen, Mitgliedern des Behandlungsteams) angefordert werden. Typische Fragestellungen in der Geriatrie sind zum Beispiel:

  • ▸ Therapiebegrenzung: Soll eine Behandlung (z. B. Antibiotikagabe, künstliche Ernährung, Dialyse) fortgeführt oder beendet werden, wenn keine Besserung mehr zu erwarten ist?
  • ▸ Ernährung im Alter: Ist das Legen einer Magensonde (PEG-Sonde) bei fortgeschrittener Demenz oder nach einem Schlaganfall im Sinne des Patienten?
  • ▸ Patientenverfügung: Wie ist der schriftlich fixierte Wille des Patienten in der aktuellen, veränderten Lebensphase auszulegen?
  • ▸ Lebensqualität vs. Lebensverlängerung: Welche medizinische Maßnahme dient dem Wohlbefinden des Patienten und was verlängert nur das Leiden?

Wie wir Ihnen helfen

Unsere Arbeit basiert auf den vier Grundprinzipien der Medizinethik: Selbstbestimmung, Fürsorge, Schadensvermeidung und Gerechtigkeit.

Ethische Fallbesprechung

Eine ethische Fallbesprechung ist ein moderiertes Gespräch.
Gemeinsam an einem Tisch sitzen:

  • ▸Vertreter des Behandlungsteams aus den verschiedenen Berufsgruppen
  • ▸2 Mitglieder des Ethikkomitees für Moderation und Protokoll
  • ▸Auf Wunsch die Angehörigen, gesetzliche Vertreter oder enge Bezugspersonen des Patienten

Ziel der ethisch Fallbesprechung soll es sein, einen ethisch gut begründeten Konsens zu finden, um die weitere Behandlung im Sinne und zum Wohl des Patienten weiter zu gestalten.
Das Ergebnis einer ethischen Fallberatung hat empfehlenden Charakter und ist nicht verbindlich. Die Therapieverantwortung verbleibt beim jeweiligen Behandler.

Wer wir sind

Unser Gremium arbeitet unabhängig und interdisziplinär. Es setzt sich aus 8 Personen verschiedener Fachrichtungen zusammen, um die Vielfalt unseres multiprofessionellen Teams widerzuspiegeln.

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Christin Wienecke
Dr. Christin Wienecke
Fachärztin für Allgemeinmedizin, Zusatzbezeichnung Geriatrie und Palliativmedizin Ethikberaterin im Gesundheitswesen (AEM, K1)

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